Das ungewöhnliche Thema kam in diesen Tagen auf, als zwei Fotos aus 1889 mit preisgekrönten Merino Schafen aus Kohlo auftauchten. Das Gut gehörte zur gräflichen Familie von Brühl in Pförten. In manchen Gesprächen wurde auch ein Zusammenhang von diesen besonderen Schafen zur Forster Textilindustrie gesehen.
Dazu hier mal ein Ausschnitt aus einem Fachartikel aus dem Jahr 1928
Die wirtschafts-geschichtliche Entwicklung des Gutes Kohlo (Niederlausitz) seit 1825 mit besonderer Berücksichtigung der Arbeiter- und Lohnverhältnisse. ... Die Schafhaltung Kohlos ist aufs engste verknüpft mit der Geschichte seiner Stammschäferei. Die Möglichkeit des nahezu unbeschränkten Feldfutterbaues, wie sie sich nach der Bauernbefreiung ergab, begünstigte die Schafhaltung außerordentlich. Das Beispiel zahlreicher berühmter Stammschäfereien in der Niederlausitz wie Beitzsch oder Wirchenblatt wurde zum Anlaß für die Begründung einer solchen in Kohlo im Jahre 1836. Das Ausgangsmaterial bildeten Kohloer Merinomuttern und Wirchenblatter Merinoböcke. Später wurden zwecks Vermeidung von Inzucht Böcke aus berühmten böhmischen Herden (Kolleschowitz, Perue, Bercowic, Winteric) angekauft, wie auch aus schlesischen Schäfereien (Oberglogau, Schmollen). Durch die seit den 60er Jahren einsetzende starke ausländische Konkurrenz waren die einheimischen Wollpreise dauernd gesunken. Deswegen sah man sich auch in Kohlo genötigt, die Zucht von Tuchwollschafen einzustellen. Der Versuch, Kammwollböcke, nämlich Rambouillets, einzukreuzen, konnte auf die Dauer nicht befrie-digen. Infolgedessen ging man unter Auflösung der Stammschäferei zur Fleischschafzucht über, wozu man anfangs Shropshiredowns, später Hampshiredowns verwandte, deren Lämmer sich besonders gut zur Mast eigneten. Nach dem Kriege wurde die Schafhaltung wieder etwas stärker ausgedehnt. Es wurden in Kohlo an Schafen gehalten insgesamt: 1826 bis 1831: 1051, 1916-1921: 274 und 1921-1926: 333 Stück.
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