Seit Ende 2019 ist der Schauspieler und Maler Georg Betcke-l’Orange (1873-1960) wieder etwas in den Fokus von Heimatforschern und Kunstfreunden geraten. Siehe auch Forster Jahrbuch 2023/24. Eines der dort veröffentlichten Gemälde (heute im Bestand des FORSTER.) soll das Dorf Dubrau 1943 zeigen. Da es offensichtlich wenige prägende Landmarken, z.B. einen Kirchturm in Dubrau gibt, war ich immer etwas unsicher, ob die Verortung des Gemäldes richtig ist. Ganz zart am linken Rand des Gemäldes befindet sich jedoch ein turmartiges Objekt, das nun wunderbar hilft und tatsächlich bestätigt, dass es sich um eine Dorfansicht von Dubrau handelt.
Bei dem Turm handelt es sich um einen trigonometrischen Punkt (TP) oder Triangulationspunkt. Er bildet mit seinen Koordinaten und seiner Vermarkung (Stabilisierung im Gelände) eine wesentliche Grundlage für Geodäsie und Kartografie, vereinfacht für die Landesvermessung. In den topografischen Karten sind die TP als kleine Dreiecke markiert. Im Gelände dienen solche Punkte als Fixpunkte für örtliche Vermessungen. Sie sind Teil der Königlich Preußische Landes-Triangulation in den Jahren 1870 bis 1918 auf dem Gebiet des Deutschen Reiches. Ziel war es, das Gebiet exakt zu erfassen und mit der Festlegung dauerhaft vermarkter Festpunkte die Basis für genaue Kartenwerke zu schaffen. Landesaufnahme
Der Punkt Gosda liegt zwar näher an Dubrau jedoch genau auf der Gemarkungsgrenze auf der Seite von Gosda und scheint auch der höchste Punkt auf dem Dubrauer Berg zu sein.
Der rote Pfeil zeigt die ungefähre Blickrichtung des Malers Georg-Betcke-l-Orange an.