Fast vergessen sind zwei kleine Plastiken die seit der RUGA 1913 auf der Wehrinsel standen.
Das „Mädchen mit den Wasserkrügen“ und die „Nymphe“ oder auch das „Mädchen mit dem Frosch“. Für die erste Plastik sind nur Fotonachweise vor dem 2. Weltkrieg bekannt.
Die zweite Plastik kann man auf Fotos und Zeichnungen noch bis 1971 nachweisen.
Doch in der Zwischenzeit sind beide Figuren spurlos verschwunden. Lediglich ein Sockel erinnert noch.
Online-Suchen und ein Artikel im Forster Wochenblatt in 2015 brachte keine neuen Erkenntnisse über den Verbleib.
Nun berichtet das Forster Wochenblatt (30.10.2020) über eine Großspende von Herrn Ullrich Mäbert an den Förderverein vom Rosengarten von 7500 Euro. Damit soll eine der Figuren wieder entstehen.
Am 23.Januar 2022 veröffentlichte die Stadt Forst diuesen Text und das Foto.
Neue Skulptur im Ostdeutschen Rosengarten Forst (Lausitz) „Mädchen mit Wasserkrug“ kommt bald wieder in den Ostdeutschen Rosengarten
Zum 110. Geburtstag des Ostdeutschen Rosengartens im kommenden Jahr soll eine Teilfläche am Pergolenhof auf der Wehrinsel originalgetreu entsprechend dem historischen Vorbild wiederhergestellt werden. Den Mittelpunkt bildet dabei die Skulptur "Mädchen mit Wasserkrug", die derzeit im Auftrag des Fördervereins Ostdeutscher Rosengarten rekonstruiert wird. Die Originalskulptur wurde seinerzeit von dem Cottbuser Stukkateurmeister Walter Adler geschaffen und war Bestandteil der ursprünglichen Ausstattung der Rosen- und Gartenbauausstellung im Jahr 1913. Bis in die 1940er Jahre war die Skulptur im Ostdeutschen Rosengarten noch vorhanden, danach verliert sich jede Spur. Es muss davon ausgegangen werden, dass sie im Zuge der Kampfhandlungen zum Ende des 2. Weltkrieges zerstört wurde. Mit der letzten Fortschreibung der Gartendenkmalpflegerischen Zielstellung für den Ostdeutschen Rosengarten im Jahr 2011 wurde die Wiederherstellung der Bereiche am östlichen Pergolenhof auf der Wehrinsel als Entwicklungsziel definiert. Mit einer größeren Geldspende des Forster Unternehmers Ullrich Mäbert im Jahr 2020 an den „Förderverein Ostdeutscher Rosengarten“ konnte ein finanzieller Grundstock für die Wiederherstellung dieser Skulptur gelegt werden. Dank weiterer Spenden der „Hufeland Apotheke Inhaberin Ulrike Jurack“ und der „FL Feuerbestattungen GmbH“ kann im kommenden Frühjahr auch die Bepflanzung der umgebenden Beete mit Rhododendron umgesetzt werden.
Mit Wiederherstellung der Skulptur wurde durch den „Förderverein Ostdeutscher Rosengarten“ das „Stuckhaus Scherf und Ritter“ beauftragt, das in der Vergangenheit schon mehrere Betonskulpturen aus der Gründungszeit des Gartens wiederhergestellt bzw. saniert hat.
Ein wesentlicher „Meilenstein“ bei der Wiederherstellung der Skulptur ist die Bemusterung eines Tonmodells. Da vom Original weder Teile noch Formen vorhanden sind, muss die Rekonstruktion der Skulptur anhand eines Tonmodells erfolgen. Das Modell hat der Bildhauer Christoph Enk hauptsächlich auf Grundlage des noch vorhandenen Fotomaterials angefertigt.
Am 21.01.2022 wurde dieses Tonmodell der Unteren Denkmalbehörde, Vertretern des Fördervereins und des Ostdeutschen Rosengartens vorgestellt. Mit Hilfe dieses Modells konnten Festlegungen zur weiteren Gestaltung der Skulptur getroffen werden.
Ziel ist es, das „Mädchen mit Wasserkrug“ zum 110. Geburtstag des Ostdeutschen Rosengartens im Jahr 2023 der Öffentlichkeit zu übergeben.
Fotos: Diana Priel, Stadt Forst (Lausitz) und Stadtarchiv Forst
Das erste Foto vom Modell der neuen oder wiedererstandenen Figur hat in manch sozialen Medien doch einiges an Reaktionen ausgelöst.
Spannend fand ich Hinweise von Andreas Peter vom Niederlausitzer Verlag und von Helmut Fleischhauer.
Andreas Peter: Das Foto erinnert mich an eine Sage aus Karl Ganders Buch "Niederlausitzer Volkssagen". Da schrieb er: "Es war einmal eine Mutter, der starb ihr einziges Kind. Darüber mußte sie immer weinen. Einmal war sie auf dem Felde und sie weinte wieder. Da sah sie plötzlich eine ganze Schar lieblicher Engel über sich hinfliegen, alle jung und schön, alle lustig und fröhlich. Jetzt dachte die Mutter: Ach wenn doch mein Kind auch so ein Engelchen wäre! und sah immer, ob sie es nicht in der Schar finden würde. Aber es war nicht zu sehen. Ganz hinten nach kam noch ein Engelchen, so traurig, und hatte einen schweren Krug in seinen Händchen. Das war der Mutter Kind. Die Mutter fragte: „Mein Kind, warum bist du nicht bei den fröhlichen Engelchen?“ – „Ja, Mutter“, sprach es, „ich muß, solange du weinst, deine Tränen sammeln und solange kann ich nicht fröhlich sein wie die andern.“ Von der Stunde an weinte die Mutter nicht mehr."
Hier das Stück bei Gander. Das Sagenbuch erschien 1894
Der Sage liegt aber höchstwahrscheinlich doch ein Märchen der Zeit zu Grunde.
Ludwig Bechstein, Deutsches Märchenbuch, 1847 Das Tränenkrüglein
Es waren einmal eine Mutter und ein Kind, und die Mutter hatte das Kind, ihr einziges, lieb von ganzem Herzen, und konnte ohne das Kind nicht leben und nicht sein. Aber da sandte der Herr eine große Krankheit, die wüthete unter den Kindern und erfaßte auch jenes Kind, daß es auf sein Lager sank und zum Tod erkrankte. Drei Tage und drei Nächte wachte, weinte und betete die Mutter bei ihrem geliebten Kinde, aber es starb. Da erfaßte die Mutter, die nun allein war auf der ganzen Gotteserde, ein gewaltiger und namenloser Schmerz, und sie aß nicht und trank nicht und weinte weinte weinte wieder drei Tage lang und drei Nächte lang ohne Aufhören, und rief nach ihrem Kinde. Wie sie nun so voll tiefen Leides in der dritten Nacht saß, an der Stelle, wo ihr Kind gestorben war, tränenmüde und schmerzensmatt bis zur Ohnmacht, da ging leise die Türe auf, und die Mutter schrak zusammen, denn vor ihr stand ihr gestorbenes Kind. Das war ein seliges Englein geworden und lächelte süß wie die Unschuld und schön wie Verklärung. Es trug aber in seinen Händchen ein Krüglein, das war schier übervoll. Und das Kind sprach: "O lieb Mütterlein, weine nicht mehr um mich! Siehe, in diesem Krüglein sind Deine Tränen, die Du um mich vergossen hast; der Engel der Trauer hat sie in dieses Gefäß gesammelt. Wenn Du nur noch eine Träne um mich weinest, so wird das Krüglein überfließen, und ich werde dann keine Ruhe haben im Grabe und keine Seligkeit im Himmel. Darum, o lieb Mütterlein, weine nicht mehr um Dein Kind, denn Dein Kind ist wohl aufgehoben, ist glücklich, und Engel sind seine Gespielen." Damit verschwand das tote Kind und die Mutter weinte hinfort keine Träne mehr. Um des Kindes Grabesruhe und Himmelsfrieden nicht zu stören, um des Kindes Seligkeit willen weinte sie keine Träne mehr, bezwang sie ihren ungeheuern tiefen Seelenschmerz. So stark und mächtig ist Mutterliebe!
Das Thema ist auch künstlerisch häufig unter dem Stichwort "Tränenkrüglein" verarbeitet worden.
Spendenaufruf des Fördervereins Ostdeutscher Rosengarten: Mädchen mit Wasserkrug
Die Skulptur »das Mädchen mit dem Wasserkrug« war einst ein Bestandteil der ursprünglichen Ausstattung der Rosen- und Gartenbauausstellung im Jahr 1913. Nach den Kriegsjahren verlaufen sich die Spuren und die Statue war nicht mehr auffindbar.
Ein wesentlicher „Meilenstein“ des Projektes der Nachbildung konnte bereits durch die finanzielle Unterstützung des Fördervereins „Ostdeutscher Rosengarten“ umgesetzt werden. Da vom Original weder Teile noch Formen vorhanden sind, musste die Rekonstruktion der Skulptur anhand von Tonmodellen erfolgen. Dazu hat der Bildhauer Christoph Enk hauptsächlich auf Grundlage des noch vorhandenen Fotomaterials zwei Modelle angefertigt, die von der Denkmalpflege bemustert wurden.
Im nächsten Arbeitsschritt wird aus dem favorisierten Modell eine Form angefertigt, mit deren Hilfe dann die endgültige Skulptur gegossen wird, doch für den Formenbau werden noch weitere finanzielle Mittel benötigt. Bitte unterstützt das Projekt, damit das kleine Mädchen in den Ostdeutschen Rosengarten zum 110. Gründungsjubiläum 2023 zurückkehren kann. Jeder Euro zählt!
Spendenkonto: Fördervereins Ostdeutscher Rosengarten e. V. Volksbank Spree-Neiße eG IBAN DE 28 1809 2744 0002 0847 16 Verwendungszweck „Spende Mädchen“
Wenn ihr eine Spendenquittung benötigt, gebt bitte im Verwendungszweck ebenfalls Name und Anschrift an.
Heute am 9. Juni 2023 hat die Wehinsel wieder ein kleines Kunstwerk aus der RUGA-Zeit von 1913 zurück bekommen. Das Mädchen mit den Krügen. Die Kinderfigur ist noch bis in die 1930er Jahre auf Ansichtskarten NAchweisbar. Danach verliert sich die Spur.
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