Michael
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen und (falls vorhanden) Vorschau-Grafiken der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
Askania Forst Berliner FC Vorwärts 1890 Titania Stettin 1910 a. Rasensport Nr. 20 v. 11.05.
Viktoria Forst Tasmania Rixdorf Neuköllner SC Cimbria Berlin 1910 a. Rasensport Nr. 20 v. 11.05.
Michael
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen und (falls vorhanden) Vorschau-Grafiken der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
Südostdeutscher Fussballverband Märkischer Fussball Bund in Forst 1911 a. Rasensport Nr. 12 v. 23.03.
Michael
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen und (falls vorhanden) Vorschau-Grafiken der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
Südost Breslau - TSV Süden Forst
ATSB 1929
Freie Sport Woche Nr. 27 vom 01.07.
Michael
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen und (falls vorhanden) Vorschau-Grafiken der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
TV Eichenkranz 1893 Eulo - Hertha Finsterwalde 1-2
ATSB 1930
aus der Freien Sport-Woche Nr. 21 vom 26.05.
Michael
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen und (falls vorhanden) Vorschau-Grafiken der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
TSV Süden Forst - FTSV Kostebrau
ATSB 1930
Freie Sport-Woche
Michael
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen und (falls vorhanden) Vorschau-Grafiken der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
Tasmania Forst - FT Döbern
ATSB 1931 Nr. 23 v. 08.06. Freie Sport-Woche
Michael
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen und (falls vorhanden) Vorschau-Grafiken der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
Mein erster Beitrag in diesem Forum hat damit zu tun, dass ich seit Jahren das Faszinosum Forster Fußball vor 1945 aus der Ferne beobachte. Ich bin einer der drei Autoren des bereits geposteten Artikels aus dem Fußballmagazin Zeitspiel. Vor vielen Jahren hatte ich einmal mit dem wehmütigen Blick auf das Koriusum, dass so ein kleine Stadt zudem in ihrem untergegangenen Stadtteil östlich der Neiße gleich zwei Endrundenteilnehmer der Deutschen Meisterschaft mit Askania und Viktoria gestellt hat, diese Umstände in einem Forum zum ostdeutschen Fußball dargelegt und einen anderen damit "infiziert", denn es dauerte nicht lange, bis in der Wikipedia daraus abgeleitet die nebeneinadergestellte Sicht auf historischen Stadtplan und Luftbild der ortsgleichen "Wüste" heute zu finden waren. Da ich mittlerweile nicht mehr im polnischen Schlesien, sondern in der (Ober-)Lausitz wohne, möchte ich selbst einmal eine detaillierte Vorortschau unternehmen - gerne mit einem ortskundigen aus Forst zusammen!
Ich werde hier im Forum sicher noch die ein oder andere Anmerkung zur Geschichte im SOFV geben, habe aber auch eine ganze Reihe Fragen:
- Recht merkwüridg ist natürlich der Umstand, dass im brügerlichen DFB-Fußball zunächst mit Askania ein Verein die Nase vorne hatte, der nach dem 1. Weltkrieg von Viktoria abgehängt wurde und auch diese Dominanz dann später von Amicitia abelöst wurde. Hierbei ist zu bedauern, dass dies erstmals mit der Zweitklassigkeit unterhalb der Gauliga einherging, womit Amicitia ein großes Fragezeichen bleibt. Mir fehlen da einfach Tabellen aus den Jahren 1933-1945, denn der Name taucht ja nur in einigen Aufstiegsrunden zur Gauliga auf. Die Förderung durch die Nazis als Umstand für die neuen Fußballverhältnisse scheinen logisch, müssten aber noch mit viel Infos füllbar sein. Hier las ich, dass zwar als Adresse die Radrennbahn aufgetaucht sei, dass aber außer dem Städtespiel gegen Wien Fußball dort wohl nicht stattgefunden habe. Das scheint mir aber nicht logisch. Im kaiserzeitlichen Sport war die Anmietung des Rasens innerhalb einer Radrennbahn beim aufstrebenen Fußball absolut gängig und in einem Vorkriegsstadtplan wird diese explizit auch als Rasen von Amicitia genannt! Selbst im Ortsbuch von 1939 ist explizit von der Heimat in der Radrennbahn die Rede! Mir scheint es also so, dass nur der Umstand, dass die Geschichte hier kau mehr Zeitzeugen mehr hat, das wohl überlagert. Wann also soll Amicitia möglicherweise aus der Radrennbahn ausgezogen sein und vor allem wohin? Nichts spricht m.E. nach dafür. Eine weitere Frage wegen des vollen Namens SV Amicitia 1900 ist, ob dieser Klub wirklich als erster den Fußball in die Stadt gebracht hat? Beispiel: Germania 87 Hamburg (heute Hamburger SV) führt 1887 als Gründungsjahr, hat "Association"-Fußall (also nicht die Rugbyvariante, die man anfangs auch Fußball nannte) aber erst seit 1888 im Porgramm. Hannover 96 hat anfangs Rugby-Fußball gespielt und erst 1901 alleinig auf den modernen Fußball umgestellt. Aber scheinbar war die Rugbyvariante in Forst auch gar nicht präsent. Wer hat den Fußball nach Forst gebracht? Briten? Studenten? Berliner? Oder Cottbuser, wo es wohl etwas eher begann?
- Dritter Verein hinter Askania und Viktoria war zunächst lange der FC Deutschland 01, dessen Sportplatz hinter dem heutigen Reitstall Laebe lag. Bis wann ist dieser Sportplatz von welcher Betriebssportgemeinschaft genutzt worden und kann diese BSG damit als Quasi-Nachfolger vom FC Deutschland gelten? Ich füge aus dem Kurmark-Zigaretten-Sammelalbum aller Vereinswappen vom erstklassigen Fußball der Saison 1930/31 einmal das Wappen und die Wappen der übrigen Teilnehemer der Spielklasse der Niederlausitz an. Denn dies war hier noch nicht in Farbe eingebunden.
- Durch den Verlust von Berge schien scheinbar nach 1990 in der Traditionspflege die Erfolge vom TV 1861 und Süden interessanter - möchte ich mal vermuten. Allerdings fällt hierbei schon auf, dass der TV 1861 als FV 08 im gleichgeschalteten Spielbetrieb unter ferner liefen dabei war. Daran lässt sich eigentlich schon ablesen, dass selbst bei verständlichem Aderlass in neuer Zeit der eistige DT-Sport bei weitem nicht das Niveau der DFB-Vereine hatte. Hingegen darf man annhemen, dass die Süden-Vizemeisterschaft im ATSB da schon viel mehr Stellenwert hatte. Liege ich aber richtig mit meiner Vermutung, dass man 1990 zunächst erst einmal gar nicht um die großen Anknüpfungspunkte von Viktoria und Askandia wusste, Amicitia durch die NSDAP verbrannt war, so dass als wiederaktivierte Namen nur TV 1861 und Süden überhaupt in Frage kamen? Interessant ist insofern für mich, welche Traditionen überhaupt 1945 in die neuen SG's/BSG's eingeflossen sind. Jursitisch gesehen ist es zwar etwas Neues, doch faktisch ist es damals üblich gewesen, dass sich die gleichen Akteure auf gleichem Geläuf zusammengefunden haben. Im Grunde ist nur die lange Lücke zwischen 1945 und 1990 dafür verantwortlich, dass Traditionslinien unerkannt bleiben. Im Westen hat man ebenso zunächst mit dem Verbot der alten Vereine umgehen müssen. Ein Beispiel: Hertha BSC ist aus der SG Gesundbrunnen heraus durch Umbenenung neu entstanden. Faktisch trafen sich dort aber einstige Spieler von Hertha BSC sowie von Norden-Nordwest (NNW). Zunächst wollte man sich also quasivereinigt als Hertha NNW neu gründen, dann hatte Hertha aber entweder mehr Akteure oder mehr Aura von einst eingebracht und diejenigen die einen SV Norden-Nordwest haben wollten, mussten dies mit einer Neugründung neu tun, weil in der SG Gesundbrunnen die Mehrheiten andere waren und daraus Hertha BSC neu entstand. Traditionslinien bedürfen also vieler Faktoren der Interpretation und lassen sich nicht - wie gerne oft geschehen - einfach damit herunterspielen, dass ab 1945 ja alles Neugründungen waren. Das stimmt wie gesagt nur juristisch bedingt.
- Welche Vorkriegswurzeln hat möglicherweise der ESV Lokomotive im Fußball und wann hat die Fußballabteilung wodurch in den letzten Jahren aufgehört zu existieren?
Mir fallen sicher noch viele Fragen ein - fürs erste nicht zuviel. Wie gesagt: Ich will gerne einmal in Forst vor Ort forschen. Vielleicht hat jemand Lust, das mit mir zusammen zu tun. Wobei ich da des Wetters halber eher bis zum Frühjahr warten würde ;-)
Niederschlesier
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen und (falls vorhanden) Vorschau-Grafiken der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
Mir ist in Forst niemand bekannt, der sich so tief mit der Fußballhistorie beschäftigt. Ich schau mal in die verschiednen Vereinschroniken, was da so über den Beginn so geschrieben wird.
Auf alten Karten ist Amicitia an bzw. auf der Rennbahn eingezeichnet.
Den Sportplatz bei Laebe (August Bebel Straße) kenne ich als Lokplatz in den 70/80 ziger Jahren
Ich habe hier noch einmal alle Forster Fußballwappen angehängt, die mir bislang vorliegen (ohne Ortsteile). Also insbesondere Amicitia und Hohenzollern sind unter den Wappenzeichnern noch echte Lücken.
Niederschlesier
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen und (falls vorhanden) Vorschau-Grafiken der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
Michael
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen und (falls vorhanden) Vorschau-Grafiken der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
Ganz herzlichen Dank, diesen eher ausführlichen Blick auf die Vorkriegszeit hatte ich in einer Chronik aus DDR-Zeit nicht erwartet, sofern es in der älteren der beiden Chroniken schon enthalten gewesen sein sollte. Das wäre nach Erfahrungen anderenorts sehr ungewöhnlich. Vielleicht kann mir jemand eine solche Chronik anbieten oder ist so freundlich weitere fehlende Seiten zukommen zu lassen ;-) Ich bin kein Sammler, mir geht es insofern nur um die Informationen als solche.
Ich kann selbst noch die die Sportvereine betreffenden Seiten des Adressbuches von 1939 beisteuern.
Niederschlesier
hat folgende Bilder an diesen Beitrag angehängt
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen und (falls vorhanden) Vorschau-Grafiken der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
Geschichte des SV Rot-Weiß 90 Forst Gründung bis zum zweiten Weltkrieg (1893 bis 1945)
Die Anfänge des Fußballsports in Eulo liegen in zwei Vereinen. Unter dem Dach des DFB spielten die bürgerlichen Fußballer im TV Gut-Heil Eulo, während die Arbeiter im 1893 gegründeten Turnverein Eichenkranz Eulo ihrem Hobby nachgingen. Den Fußballern war man in den Turnvereinen, die im ATSB organisiert waren, allerdings oft nicht wohlgesonnen, weil sie nicht zur allgemeinen Körperertüchtigung beitrugen. Turnen und Leichtathletik sollten die Betätigungsfelder sein. 1901 wurde auf dem 5. Bundesturntag der Beschluss gefasst, dass „Vereine, welche infolge einseitiger Betätigung (damit war auch der Fußballsport gemeint) dem Grundprinzip der Turnerei, eine möglichst allseitige Ausbildung des Körpers zu erreichen, entgegenstehen, von der Mitgliedschaft zum ATSB ausgeschlossen werden."
"In Forst hatte es bereits 1905 eine Zentralisation der in Forst und Umgebung bestehenden Arbeiterturnvereine gegeben und man schloss sich als 7 Abteilungen in der Freien Turnerschaft zusammen. 1921 machte sich jede Abteilung selbständig und nahm teilweise ihren früheren Vereinsnamen wieder an." (G. Anton in der Broschüre "90 Jahre Forster Fußball")
Im Jahr 1911 entstand aus Arbeiterspenden und unter Mitarbeit der Arbeitersportler der Turnplatz in Eulo.
[1. Mannschaft des TV Eichenkranz Eulo um 1920] 1. Mannschaft des TV Eichenkranz Eulo um 1920Weiter mit Günter Anton: "Die Fußballer von Eulo hatten zweifellos ihre beste Zeit in den 20er Jahren. Selbst wenn es für die ganz großen Erfolge auf Kreisebene bzw. darüber hinaus nicht reichte, war man den Fußballern von Süden Forst und Döbern sowie der Forster Tasmania ein fast ebenbürtiger Gegner. Bei den Spielen im Bezirk Forst belegte man stets vordere Plätze und stellte mehrere überdurchschnittliche Spieler für Auswahlaufgaben ab." So wurden die Fußballer vom TV Eichenkranz Eulo in den Jahren 1922 und 1925 Meister des 16. Kreises (Niederlausitz) des ATSB. Nach dem 1:0-Sieg im Halbfinalspiel der Verbandsmeisterschaft Ost bei SV Stern Breslau, verlor man leider am 25.06.1922 das Verbandsfinale in Berlin gegen Brandenburg Lichtenberg und verpasste somit die Qualifikation für die deutschlandweite ATSB-Endrunde.
Nach einiger Bauzeit wurde 1930 die Turnhalle und 1932 das Wohngebäude mit Gaststätte fertiggestellt.
"Das Verbot der Arbeiter-Sportvereine 1933 traf die Euloer Arbeitersportler besonders, da sich die neuen Machthaber in Eulo sehr viel Zeit ließen, wogegen in anderen Vereinen der Spielverkehr schon wieder lief. So dauerte der Zusammenschluss der beiden Euloer Vereine zum TV Eulo bis zum 20.10.1934, obwohl die Genehmigung des 'Reichssportführers' bereits seit dem 28. Mai vorlag."
1. Mannschaft des TV Eichenkranz Eulo um 1920 von links: Mannschaftsleiter Döring, Simmank, Methner, Richter, Garke, Mölle, Schursch, Krause, Hoer, Grabitz, Hentschel | unten: Tormann Bräunig